21.06.2009

Das künstliche Gehirn

Ein Interview mit Kevin Warwick macht klar, dass die Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz bereits daran arbeitet.
"Erklären Sie uns diese Technologie.
Das Kernelement ist eine Elektrodenplatte. Wir spritzen Ratten-Neuronen darauf. Hält man diese bei einer Temperatur von genau 37 Grad Celsius und versorgt man sie regelmässig mit Nährstoffen, beginnen sich zwischen den Neuronen Verbindungen zu entwickeln. Meine Kollegen aus der Biologie bestätigen mir, dass unsere Zuchthirne alle Voraussetzungen erfüllen, um als Lebewesen bezeichnet zu werden. Sie benötigen Nahrung, scheiden diese auch aus, sie sind lernfähig, und sie sterben!
Wie statten Sie diese Gehirne mit einem Körper aus?
Ich baue keine Monster wie Frankenstein. Das Gehirn ist losgelöst vom Körper. Wir haben ein kleines Gefährt mit Rädern, einem Motor und Sensoren entwickelt. Die Sensoren melden via Ultraschall dem Gehirn, wann ein Objekt oder eine Wand im Weg steht. Dieses entscheidet dann, in welche Richtung es ausweichen soll, und übermittelt die Entscheidung mit elektronischen Impulsen via Bluetooth. Als Nächstes arbeiten wir an einem Audio-Input, um den Roboter mit Befehlen wie links und rechts leiten zu können.
(...)
Sie wollen im selben Verfahren mit menschlichen Neuronen experimentieren?
Natürlich werde ich Menschenhirn in Roboter einbauen. Diese Mini-Hirne sind nichts anderes als mikroskopische Aufnahmen einzelner Gehirnteile. Wir können damit zu verstehen beginnen, was Erinnerungen sind. Alzheimer-Forscher versprechen sich viel davon. (...)
Und um gegen intelligente Maschinen gewappnet zu sein, behaupten Sie, muss der Mensch selber zur halben Maschine werden.
Könnte ich mich heute mit einem Chip permanent mit dem Internet verbinden, wäre ich als Forscher viel leistungsfähiger. Ich sehe das natürlich aus der Sicht eines Wissenschaftlers. Ich wäre gerne der erste Mensch, der sich permanent mit dem Netz verbinden kann."

Würde das gelingen - vermutlich wird es gelingen -, stellt sich die Frage nach dem Lernen, dem Bildungssystem neu: Braucht es noch Schulen, wenn ich permanent mit dem Weltwissen verbunden und vernetzt (und verstrickt?) bin?

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