13.06.2009

Lernen im Vertrauen

Es gibt zweifellos eine Wechselwirkung zwischen Vertrauen und Kontrolle: Je mehr Kontrolle man in einem Lernkontext ausübt, desto weniger wird einem vertraut. Je mehr Kontrolle man abgibt, desto mehr Vertrauen gewinnt man.
Eine Binsenwahrheit, die sich bei jedem begleiteten Lernprozess unschwer erkennen lässt. "Offener Unterricht", der lernerzentriert organisiert ist und die entsprechenden didaktischen Tools einsetzt (wie Wochenplanarbeit, Projektmethode), kann nur funktionieren, wenn die Lehrenden den Lernenden vertrauen (und umgekehrt). Dies jedenfalls meine Erfahrung aus 40 Jahren "Lehre" (besser: Lernanimation und -begleitung).
Vertrauen schenken bedeutet nicht automatisch "laisser faire" im schlechten Sinn: sich foutieren um alles mit dem Allerweltsargument: Es ist ja nicht mein Problem! Sondern es bedeutet: sich nicht mehr ins Zentrum stellen, geschehen lassen, auf die Lernenden setzen (siehe: Pascals "pari"), da sein bei Bedarf, aufmerksam beobachten und warten können - zum Beispiel.
Das Allerschönste dabei: Vertrauen schenken bewirkt, dass der/die Beschenkte sich selber zu beschenken beginnt: mit Selbst-Vertrauen!

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