13.06.2009

Social Network versus Heidegger auf der Hütte

In einem Interview mit Jonathan Franzen (NZZ von heute) gelesen:
"Welches sind die wichtigsten Fragen, die Sie seit 2001 beschäftigt haben...?
Da fällt mir vieles ein - nicht zuletzt das Internet als ein kommerzielles und parasitäres Gebilde, das uns ... davon abhält, vernünftige und dauerhafte Diskussionen über die Dinge zu führen, denen wir uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellen müssen."

Tatsächlich stelle ich an mir selber fest, wie viel schwieriger es geworden ist, sich zu konzentrieren, sich nicht abzulenken, bei einer Sache zu bleiben. Sehr rasch lasse ich mich weitertreiben, klicke - weil mich das eine vertiefter interessiert - auf das andere und von da zum noch anderen; das Lineare wird abgelöst vom Vernetzten. (Das sog. Lineare gibt es im Grunde ohnehin nicht wirklich, vielleicht in der mathematischen oder philosophischen Logik; das Lebendige ist jedoch per se immer schon vernetzt. Und dieses Netzt wird durch das Hyperlinkprinzip nachgebildet resp. in Erinnerung gerufen.)

Für mich gibt es einen Findling in dieser Netzlandschaft, einen erratischen Block sozusagen: Den Philosophen Martin Heidegger auf seiner Hütte in Todtnauberg, einen Meister der Konzentration. Er jedenfalls fällt mir zuerst ein zum Begriff "Konzentration".


(Bildquelle: http://1.bp.blogspot.com/_CQM8EB8En9Y/SegmZ_v_cJI/AAAAAAAAABc/LTw1N5AFRgI/s400/HeideggerHut001.jpg)

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