14.06.2009

Was würde Google tun?

Eben voll Begeisterung das hoch interessante Buch von Jeff Jarvis gelesen (eine Zusammenfassung in Stichworten findet sich hier) - auch wenn man hierzulande kaum mit allen Gedanken einverstanden sein mag: Der Text regt enorm an nachzudenken darüber, was das Internet, was Google "mit uns macht". Unter vielem anderen wird zB. einmal mehr deutlich, wie stark sich (auch) unser traditionelles Bildungssystem verändern könnte und wird, wie enorm bedeutsam das social learning (geworden) ist, wie wichtig Plattformen sind für die elegante Organisation von Inhalten jeglicher Art (siehe Flickr, Facebook, eBay etc).

Ein paar Zeilen aus dem Schlusskapitel:
- Googles Moral einer allgemein gültigen Bevollmächtigung ist ein Ideal von Demokratie, das wir häufig vergessen." (S. 395)
- "Es gibt einen Überfluss an Talent und einen unendlichen Willen, etwas zu erschaffen. Beides wurde in einem Bildunssystem unterdrückt, das auf Vereinheitlichung besteht... Google und das Internet drehten diese Entwicklung um. Jetzt kann Talent jeder Art auf jeder Ebene Ausdruck finden und gedeihen. ... Wenn wir über das Google-Zeitalter reden, sprechen wir von einer neuen Gesellschaft. Googles Regeln sind die Regeln dieser Gesellschaft. Sie basieren auf Verbindungen, Links, Transparenz, Offenheit, Öffentlichkeit, Zuhören, Vertrauen, Weisheit, Grosszügigkeit, Effizienz, Märkten, Nischen, Plattformen, Netzwerken, Geschwindigkeit und Überfluss." S. 398)

Speziell interessant die Überlegungen zum Kapitel "Google U: Ein offenes Bildungssystem", die von der prononcierten Frage ausgehen: "Warum vereinheitlichen wir Bildung für alle auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners?" (356) - um zu münden in die Schlussfrage:
"Google sucht Leute mit sechs Fähigkeiten: analytisches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Bereitschaft zum Experimentieren, Teamfähigkeit, Begeisterungsfähigkeit und Führungskompetenz. ... Bereitet unser Bildungssystem Studenten darauf vor, für Unternehmen wie Google zu arbeiten oder sie zu gründen?" (364)

Eine sehr lohnende Lektüre! Der Blog des Autors ebenfalls.

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