03.11.2009

Zurück zum Frontalunterricht? Lernen auf eigenen Wegen?


"Neftenbacher Sek-Schüler wollen Frontalunterricht und Neun-Uhr-Pause zurück. Für ihre Forderung blockierten sie die Türen des Schulhauses."
Das ist einem Artikel im heutigen Tagi zu entnehmen.
Warum, um Gottes Willen?
"Grund für die Missstimmung ist ein neues Schulsystem welches diesen Sommer eingeführt worden ist. Es nennt sich Altersdurchmischtes individuelles Lernen («AidL»). In den Fächern Deutsch, Mathematik, Geografie, Geschichte, Religion und Zeichnen werden die Jugendlichen nicht mehr in Klassenverbänden unterrichtet.

Die Jugendlichen von der ersten bis zur dritten Sekundarstufe arbeiten individuell an ihren Arbeitsblättern. In Jahrgangsklassen gibts noch Französisch, Englisch und Naturlehre. «Gewisse ältere Schüler haben Mühe mit dieser Umstellung», sagt Schulleiter Marcel Rachmühl. «Sie haben teilweise Schwierigkeiten mit der Selbstorganisation.»

Dass SOL klappen kann, sofern die Rahmenbedingungen (bis hin zu architektonischen Konsequenzen) zum Stimmen gebracht werden, zeigen entsprechende Projekte in Buchs ZH, Stadel etc. Da gibt es Lernateliers, Lernlandschaften (die sogar eigens gebaut werden!), niveaudurchmischte Lerntandems - und: die Lehrpersonen werden von Unterrichtenden zu Motivatoren und Beratern. Nachzulesen hier.

Kommentar: Wer SOL will, muss den Schüler/innen die Möglichkeit bieten, behutsam in SOL einzusteigen. Kein Wunder, wenn ältere Schüler/innen damit Mühe haben - nach Jahren traditionellen (Frontal)unterrichts! (siehe auch die Situation an vielen Gymnasien). Damit das jedoch klappen kann, brauchen Lehrpersonen die entsprechenden personalen Kompetenzen (Vertrauen haben, Kontrolle reduzieren, Lerncoaching können, Offenheit, Disponibilität u.a.). Wo und wie jedoch können sie diese erwerben?

Quelle Bild: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Palavrium-statt-Frontalunterricht/story/25902872

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