12.11.2009

Nudge - Wie man kluge Entscheidungen anstösst

Dieses eben in Deutsch erschienene Fachbuch der beiden Amerikaner Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein finde ich anregend zu lesen. Es ist zwar stark auf amerikanische Verhältnisse bezogen; Grundsätzliches bleibt jedoch auch für uns gültig.
Natürlich versuche ich die Erkenntnisse des Verhaltensökonomen Thaler und seines Juristenkollegen auf die Didaktik zu transponieren. Was daraus kann hier also nützlich sein?

A
Das Wissen um die beiden kognitiven Systeme, die sich bei Entscheidungen oft in die Quere kommen: Das "automatische" und das "reflektierende" Sytem, also die Intuition und die Vernunft, Homer Simpson und Mr. Spock.

B
"Die beste Methode, die Fehlerquote der Homers zu senken, ist, ihnen Feedback zu geben." (Beispiele aus der Technik: Die Digitalkamera, welche das geschossene Bild unmittelbar anzeigt; die Warnung des Laptops über den Akkunotstand)

C
Die Qualität der Entscheidungsarchitektur muss hoch sein: Quadratisch angeordnete Platten auf dem Kochfeld sollten quadratisch angeordnete Ein/Ausschaltknöpfe haben; Saaltüren, welche man aufstossen muss, sollten Metallplatten und keine Griffstangen haben.
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A sollte man sich einfach immer wieder bewusst machen, als Schülerin wie als Lehrer.
B bedarf keiner weiteren Begründung für die didaktische Nützlichkeit, höchstens vielleicht diese: "Frontalunterrichtler" haben selten die Möglichkeit, individuelles Feedback zu geben, da sie die Studierenden selten bis nie beim Arbeiten beobachten können.
C kommt zur Anwendung bei der Konzeption von klugen Arbeitsaufträgen oder bei der Herstellung guter Arbeits- und Theorieblätter

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