Gestern habe ich an einer WB-Veranstaltung gesagt, die Lehrperson sei verantwortlich für die Gestaltung einer attraktiven Lehr-Lern-Umgebung; für das eigentliche Lernen jedoch seien die Lernenden zuständig.
Zufällig eben ein Referat von Rolf Schulmeister zum Thema gefunden (gehalten auf einer Tagung im März 2009). Quintessenz: Die persönliche Lernumgebung der Lerner ist ebenfalls in den Blick zu nehmen; dazu gehören Menschen, Bücher, Bibliotheken, andere Medien... - übrigens: Eine neue Studie weist nach, dass jeder vierte Schüler in der CH in die falsche Schule geht, d.h. in einer Umgebung lernt, die ihn entweder über- oder unterfordert.
28.08.2009
24.08.2009
Lesedämmerung?
Die Lesegewohnheiten verändern sich stark gemäss einem neuen Artikel im GEO 08/2009. Interessante Zahlen:
Je jünger die Menschen, desto mehr nimmt die Art des Lesens hypertextartige Formen an: Man springt von Textausschnitt zu Textausschnitt, liest sozusagen nurmehr Textschnitzel auf - u.a. natürlich eine Folge der multimedialen Lesegewohnheiten: Man zieht Dialogisches, Fragmentarisches dem Textkontinuum vor (Chat, Foren, Facebookartiges, Twitter), denn man ist Teil der Netzwerkgesellschaft, die gierig auf Häppchen zu sein scheint...
Herkömmliche Bildungseinrichtungen basieren jedoch nach wie vor auf dem Medium Buch; eine weitere Bildungsrevolution scheint sich anzubahnen (man sehe nur das Experiment an der Schule Goldau, wo eine 5. Klasse mit Gratishandys ausgerüstet wurde und das Mobile Learning Einzug hält!)
Zum Trost vielleicht dies?
"Knapp 60% aller US-Amerikaner rühren nach Abschluss der Highschool nie wieder freiwillig ein Buch an, 40% aller gedruckten Bücher werden nie verkauft, über die Hälfte nach dem Kauf nicht zu Ende gelesen. (S. 107)
Die Gesamtzahl der Analphabeten weltweit beläuft sich auf 776 Mio. Erwachsene. 2/3 davon sind Frauen. (111)"
Je jünger die Menschen, desto mehr nimmt die Art des Lesens hypertextartige Formen an: Man springt von Textausschnitt zu Textausschnitt, liest sozusagen nurmehr Textschnitzel auf - u.a. natürlich eine Folge der multimedialen Lesegewohnheiten: Man zieht Dialogisches, Fragmentarisches dem Textkontinuum vor (Chat, Foren, Facebookartiges, Twitter), denn man ist Teil der Netzwerkgesellschaft, die gierig auf Häppchen zu sein scheint...
Herkömmliche Bildungseinrichtungen basieren jedoch nach wie vor auf dem Medium Buch; eine weitere Bildungsrevolution scheint sich anzubahnen (man sehe nur das Experiment an der Schule Goldau, wo eine 5. Klasse mit Gratishandys ausgerüstet wurde und das Mobile Learning Einzug hält!)
Zum Trost vielleicht dies?
"Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt." (Arabisch)
15.08.2009
Ritalin?!
Interessanter Bericht eines Selbstversuchs mit Ritalin, dem Medikament gegen ADHS, das jedoch auch zur Modepille der Leistungsgesellschaft wurde. Ein Ausschnitt:
Die Pille für verbesserte Aufmerksamkeit, erhöhte Wachheit, verbesserte (intellektuelle) Leistung könnte doch allen Schüler/innen und Studis gratis abgegeben werden - damit würde dann die Leistungsgerechtigkeit bei Prüfungen wieder hergestellt, vielleicht? schlägt der advocatus diaboli vor.
Im Ernst: Wie wäre gegen diesen Vorschlag zu argumentieren?
"Der Zustand, in den mich Ritalin während sieben Tagen versetzt, könnte das treffen, was der Neuropsychologe Hennric Jokeit «Abstraktion des Ich von sich selbst» nennt. Im Essay «Neurokapitalismus» beschreiben er und die Journalistin Ewa Hess ein Zusammengehen von Kapitalismus, Neurowissenschaft und pharmazeutischer Industrie. Der Wohlstandskapitalismus hat dazu geführt, dass wir uns unablässig selbst verwirklichen wollen. Das erleichtern uns heute Neuropsychopharmaka, die das emotionale Erleben modulieren und die aufmerksamkeitsökonomische «Fitness» verbessern. «Angebot und subjektive Bedürftigkeit erzeugen einen Markt, der Milliarden umsetzt und dort expandieren wird, wo sich das postpostmoderne Selbst in der Leistungsgesellschaft defizitär erlebt, also in Schule, Ausbildung, Beruf, Partnerschaft und im Alter.» Beschleunigungstechnologien der Globalisierung wie Handy, Flugzeug und Internet zwingen uns, unsere Aufmerksamkeit chemisch zu beeinflussen. Nach der Rationalisierung von Raum und Zeit folgt der Angriff aufs Ich: Ritalin befähigt, persönliche Grenzen zu überwinden, um Schritt halten zu können. Gleichzeitig wird so die kapitalistische Produktivität gesteigert. Jeder Chef hätte Freude, wenn er meinen Arbeitseinsatz sähe. Andere Bedürfnisse werden vernachlässigbar. In Jokeits Worten: «Mit der Pharmakologie zur kognitiven Leistungssteigerung werden Human Resources auf neuronaler Ebene des Selbst angezapft. Was folgt, ist die Abstraktion des Ich von sich selbst.»
Die Pille für verbesserte Aufmerksamkeit, erhöhte Wachheit, verbesserte (intellektuelle) Leistung könnte doch allen Schüler/innen und Studis gratis abgegeben werden - damit würde dann die Leistungsgerechtigkeit bei Prüfungen wieder hergestellt, vielleicht? schlägt der advocatus diaboli vor.
Im Ernst: Wie wäre gegen diesen Vorschlag zu argumentieren?
08.08.2009
Weiterbildung in Unternehmen 2012?
Wie werden solche WB aussehen?
Der MMB-Trendmonitor fasst die Trends zusammen; eine interessante Studie! Ihr zufolge lassen sich folgende Tendenzen erkennen (Auswahl):
Der MMB-Trendmonitor fasst die Trends zusammen; eine interessante Studie! Ihr zufolge lassen sich folgende Tendenzen erkennen (Auswahl):
"Traditionelle E-Learning-Lernformen (WBT, Blended Learning) haben nach wie vor Zukunft. Doch auch Elemente des „E-Learning 2.0“ und virtuelle Klassenräume werden künftig eine wichtigere Rolle spielen. Ausnahme: Twitter.
Wenn Experten spontan E-Learning-Trends benennen sollen,denken sie vor allem an „E-Learning 2.0 und Social Software“ (32%), gefolgt von „game-based-learning/Simulationen“ (26%).
Unter den E-Learning-Zielgruppen innerhalb der Unternehmen stehen für 83 Prozent der Befragten „Auszubildende“ ganz vorn."
06.08.2009
Memory! Neues über unser Gedächtnis
Ein bewegendes Buch der Amerikanerin Sue Halpern, das zwar mit grosser wissenschaftlicher Kompetenz, jedoch auch aus persönlicher Betroffenheit verfasst wurde. Das bekommt der Lesbarkeit sehr und erlaubt einen quasi subjektiven Blick auf das Thema, welches dadurch spürbar wird und nicht nur nüchterne wissenschaftliche Erkenntnis bleibt.
Hängen geblieben ist zB. dieser Satz:
Das Vorwort findet sich hier. Eine Besprechung stellt das gesamte Buch vor.
Hängen geblieben ist zB. dieser Satz:
"Lernen ist ausschliesslich Erinnerung."- Er öffnet eine philosophisch-didaktische Welt: Gedächtnis und Persönlichkeit; was, wenn Erinnerung verlöscht? Gibt es Methoden des Lernens, welche diesem Verlöschen vorbeugen können? Wie lernt jemand, der das Gedächtnis verloren hat? Kann man das: nicht lernen? Kann man sich an das erinnern, was man vergessen hat?
Das Vorwort findet sich hier. Eine Besprechung stellt das gesamte Buch vor.
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