16.04.2011

Leuchtturm in der europ. Bildungslandschaft


Prof. Jürg Oelkers von der UZH feiert mit diesem enthusiastischen Bild einen neuen Maturitäts-Studiengang, der an der KS Romanshorn angeboten wird: Die "Matura KiK (Kompetenzen im Kontext).
In der Tat verspricht das Konzept einiges an Neuem, integriert es doch das SOL (selbstständig organisiertes Lernen) und die ICT (Information and Communication Technologies) und öffnet so den Studierenden Freiräume für wirklich eigenes Forschen und Lernen.

Im Wesentlichen geht es darum:
"Der Name «Matura KiK» ist sprechend: «KiK» steht für «Kompetenzen im Kontext». Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten werden in ihren vier Kanti-Ausbildungsjahren gezielt diejenigen Kompetenzen lernen, mit denen sie in ihrer späteren Studien- oder Berufslaufbahn erfolgreich sein können. Prüfungen sind so angelegt, dass die geforderten Kompetenzen klar nachgewiesen werden können.
«Im Kontext» bedeutet, dass die Kompetenzen an verschiedenen Orten – eben in verschiedenen Kontexten – angewendet werden. Die Matura KiK ist insofern eine lebensnahe und angewandte Matura.

Im Ausbildungsgang Matura KiK ändert der Stundenplan in jedem Quartal. Die Schülerinnen und Schüler erleben in jedem Quartal einige Fächer sehr intensiv, andere dafür gar nicht oder nur mit geringerer Dotation, das heisst mit kleinerer Anzahl Lektionen pro Woche.
Somit besuchen diese Schülerinnen und Schüler weniger Fächer gleichzeitig als die Klassen im traditionellen Ausbildungsmodell und absolvieren in einem Quartal entsprechend weniger verschiedene Arbeiten und Prüfungen.
In denjenigen Fächern, die eine hohe Dotation haben, erleben die Schülerinnen und Schüler Projekte. Die Fragestellungen werden im Verlauf der Zeit von Projekt zu Projekt immer realer. Reale Fragestellungen halten sich nicht an Fachgrenzen, sondern für die Bearbeitung muss das Wissen aus mehreren Fächern kombiniert werden.

Für die Matura KiK-Klassen wurden Schulzimmer neu eingerichtet. Alle Schülerinnen und Schüler haben einen eigenen Schreibtisch, ein abschliessbares «Rollwägelchen» für ihr Schulmaterial sowie einen ebenfalls abschliessbaren Stauraum, in welchem sie auch ihr privates Netbook resp. Notebook aufladen können.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in der Schule und nutzen die Zeit vor, zwischen oder nach den eigentlichen Lektionen für ihre Arbeiten und «Hausaufgaben». Die verpflichtende Präsenzzeit an der Schule beginnt immer um 08:45 Uhr und endet etwa um 17:30 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler können früher kommen oder länger bleiben, wenn Arbeiten noch nicht beendet wurden. Das Schulzimmer ist für sie frei zugänglich."
Das erste Semester des Pilotversuchs soll erfreulich verlaufen sein, wie die Schule meldet - Kompliment also und Hut ab vor so viel Mut! Endlich kommt Bewegung in die Grundstruktur gymnasial organisierten Lernens!

(Bild: Leuchtturm von Pharos, das 7. Weltwunder: http://www.lupi.ch/schools/weltwunder.html)

Keine Kommentare:

Blog-Archiv