19.06.2011

Die Lehrpersonen und die ICT (die neuen Medien)

Am Freitag haben Heidi Paulsen und ich einen Kurstag gestalten dürfen innerhalb des CAS-Kurses "Informatikverantwortliche an der Volksschule" an der PH Rorschach. Einmal mehr habe ich bei der Vorbereitung darüber nachgedacht, worin die Hemmschwelle für viele Lehrpersonen besteht, ICT im Unterricht wirklich einzusetzen, was sie daran hindern könnte, von den Bemühungen von Schulleitungen und ICT-Verantwortlichen im Schulhaus, die ICT-Tools schmackhaft zu machen, zu profitieren.

Wer ICT-integrierten Unterricht machen will, muss den Quantensprung wagen: Hin zum SOL, dem selbstorganisierten Lernen. („Pädagogik der Navigation. Selbstgesteuertes Lernen durch neue Medien“ heisst ein Buchtitel von Franz Josef Röll.) Meine Vermutung: Lehrpersonen zeigen sich „widerspenstig“ bezüglich der ICT-Integration und manchmal hilflos, weil sie (weiterhin) „lehrerzentriert“ unterrichten wollen, um so die Kontrolle über all das, was im Unterricht geschieht, zu behalten. Sie haben vielleicht das Vertrauen noch nicht, dass – würden sie ICT integrieren (was eine neue Didaktik und viel Vertrauen in die Schüler/-innen bedingt) – die Schüler/-innen "trotzdem" lernen. Sie haben Bedenken vor dem Quantensprung, dem didaktischen Fallschirmsprung aus ungewohnter Höhe, den neuen Situationen (Digital Immigrant versus Digital Natives zB.). Sie sehen die neue Art von Lerngewinn (noch) nicht, den Spass, den das machen könnte. Und, vor allem: Ihr Unterricht hat ja bis jetzt funktioniert, alles hat (lehr)planmässig geklappt, auch ohne ICT.

Didaktik ist auch eine Haltung, nicht nur eine Kompetenz.
Die Didaktik der neuen Medien insbesondere ermöglicht Lehrpersonen erst recht, ihre Rolle zu überdenken, die didaktische Palette mit neuen Farben anzureichern und die Schüler/-innen anders zu sehen (nicht mehr nur als junge Menschen, denen etwas fehlt: nämlich das, was schulischer Unterricht bietet - und nachher wären sie dann "vollständig", sondern auch als dem Alter entsprechend selbstkompetente und "komplette" Wesen, welche Unterricht anreichern, inspirieren und "ergänzen" könnte).

Wer einen iPad oder ein anderes Tablet in Händen gehalten und die enormen Möglichkeiten solcher Geräte erkannt hat, ahnt es: Die Schule von morgen - und morgen ist vielleicht schon 2012 - wird zweifellos solche Geräte einsetzen wollen. Das macht meines Erachtens bereits heute Sinn. Wer's nicht glaubt, stöbere ein bisschen in Martin Hofmanns Blog nextgenerationlearning!

1 Kommentar:

Prof. Martin Hofmann hat gesagt…

Hallo Theo

Nochmals vielen Dank für den brillanten Kurstag, den ihr beide für uns gestaltet habt. Besonders schön war eine Bemerkung eines Teilnehmers am Samstag: Der Pädagogische Support gewinnt für mich als Informatikverantwortlicher zunehmend eine höhere Priorität als die Technik.

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