11.07.2011

Kinder in der Schule

Die heutige Auslese aus Zeitungsartikeln fällt ergiebig aus.
Die NZZ widmet ihre Seite "Bildung und Gesellschaft" der Frage: "Erfolgreiche Mädchen, benachteiligte Buben?" und präsentiert die Ergebnisse einer neuen Studie der Uni/PH Bern, welche den Gründen für die Geschlechterunterschiede bei Schulleistungen nachgeht. Fazit:
"Die Ergebnisse bestätigten einige bisherige Befunde. So wirken sich die familiäre Herkunft, die Lernmotivation, die Schuleinstellung der Gleichaltrigen und die Freizeitgestaltung auf die Schulleistungen aus. In diesen Punkten wiesen die befragten männlichen Jugendlichen durchwegs ungünstigere Werte auf: Sie sind stärker extrinsisch motiviert (Lernen nicht aus Interesse, sondern um später viel zu verdienen), haben öfter Peers, die der Schule gegenüber negativ eingestellt sind, und verbringen ihre Freizeit häufiger mit Gamen am Computer.
Weitgehend neu ist der Befund, dass Schülerinnen und Schüler mit traditionellen Vorstellungen über die Geschlechterrollen schulisch deutlich schlechter abschneiden als solche mit egalitären Geschlechterbildern.
(...)
Hinsichtlich der Frage einer möglichen Benachteiligung eines Geschlechts durch die Lehrpersonen sind die Studienergebnisse widersprüchlich: Einem subjektiv geäusserten Eindruck von Benachteiligung eines Teils der befragten männlichen Jugendlichen stehen die Videoaufzeichnungen gegenüber, in welchen sich keine Diskriminierung der Betreffenden beobachten liess. Die Videoanalysen weisen sogar auf eine Bevorzugung der männlichen Jugendlichen hin. Diese nehmen durchwegs aktiver am Unterricht teil als Mädchen. Sie melden sich öfter, werden von den Lehrpersonen öfter aufgerufen und erhalten öfter als Mädchen Rückmeldungen auf ihre Unterrichtsbeiträge."

Der Tagesanzeiger stellt eine Privatschule in Zürich vor, welche vor allem (türkische) Migrantenkinder aufnimmt und sie in drei Oberstufenzügen nach dem Zürcher Lehrplan unterrichtet. Ziele:
"Leistungsorientiert möchte es Schüler auf das Gymnasium vorbereiten oder auch auf Fachmittelschulen, auf die Berufsmatura oder Lehrstellen. Allen Schülern sind Mentoren zugeteilt, die ihnen mit Aufgabenhilfe, Förderlektionen, Lernstrategien oder Prüfungsvorbereitung zur Seite stehen. Wöchentlich absolvieren die Schüler 34 Lektionen plus 6 Förderlektionen und freiwillig 3 Stunden Gymivorbereitung.
Zentral ist der Einbezug der Eltern. Die neun Lehrer, davon drei türkischer Herkunft, treffen sich achtmal jährlich mit den Eltern – viermal, um Noten und Lernverhalten zu analysieren, und viermal zwecks Elternweiterbildung."
Interessante Erkenntnisse, inspirierende Befunde - zum Weiterdenken!?

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