11.01.2012

Wie sollte das Bildungssystem umorganisiert werden?

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Gunter Dueck, den alle einen "Querdenker" nennen, formuliert in einem aktuellen Interview seine Grundidee für den Umbau des Schulsystems. Auch er bestätigt das, was heute gemeinhin gedacht, aber längst noch nicht überall gemacht wird.
Übrigens: Was an dem, was Prof. Dueck vorträgt, ist eigentlich so "quer"? Das frage ich mich schon länger, denn was Lernen 2.0 bedeutet, ist ja schon längst erkannt!
Hier jetzt aber seine Gedanken:
"Die Schule ist nur für Linkshirndominierte gemacht. Man lernt seriell, liest, füllt Pflichtenhefte aus und muss »fleißig«, »mitarbeitend«, »brav« und »zuverlässig« sein. Die anderen Menschen sind nicht im Konzept. Die wollen »praktisch Relevantes und brauchbares Werzeug« (die Lust-Schmerzen-Instinktiven) oder »wirkliches Verstehen und Diskutieren der wichtigen Weltprinzipien und Technologien« (die Rechtshirndominanten). Die Rechtshirndomierten versuchen in der Linkshirnschule, die Prinzipien von sich aus zu erfassen und sind ganz gut in der Schule, halten durch, bis sie zur Uni kommen (die ist als Ganzes rechtshirndominert und okay für sie). Die Instinktiven werden in der Schule wegen Nullbock niedergemacht (»MAN MUSS lernen, auch wenn man nicht erkennt, wozu es gut ist. Jeder wird später erkennen, wie wertvoll die Quälerei eigentlich war.«). Die Instinktiven werden rausgesiebt oder kommen vielleicht erschöpft in der Uni an, aber die erwartet nur das Verstehen von Prinzipien und gibt sich absolut nicht mit praktisch Relevantem und brauchbarem Werkzeug ab…
Wir müssen also eigentlich ein Bildungssystem haben, dass eine artgerechte Haltung erlaubt, das also Pflichkanon-, Prinzipien- und Werkzeugvorstellungen zu einem Ganzen mischt und jedem Schüler/Student gestattet, die Dinge auf seine eigene Art zu erfassen und ins Leben mitzunehmen."
Erinnert das nicht an Pestalozzis "Kopf, Herz und Hand"? Respektive, modern gesagt, an SOL (Selbst Organisiertes Lernen), an "komplexe Lehr-Lern-Arrangements"? Und: auch an Montessori etc?

1 Kommentar:

Prof. Martin Hofmann hat gesagt…

Hallo Theo

Da stimme ich für einmal Gunter Dueck - dir natürlich immer - voll und ganz zu. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, den Mut und Willen zu haben, die alten "bewährten" Strukturen, und Denkweisen aufzugeben und sich konsequent auf diesen neuen Weg zu begeben. Und das schaffen wir m.E. nur mit drastischen Reformen im Bildungswesen; für die im Moment die wenigsten Bildungsverantwortlichen ein offenes Ohr haben.

Gruß Martin

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