04.04.2012

Lernen im Netz heisst: Kennenlernen

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Eine ziemlich böse Glosse in der heutigen FAZ zu diesem Titel spricht mich an, weil ich die Ansicht des Autors in etwa teile. Da heisst es:
"Vor ein paar Jahren hatte man auch noch gehofft, dass auf dem Datenhighway nicht nur soziologische Trittbrettfahrer mitfahren, sondern der kleine Mann und die Frau intellektuell profitieren. Irgendwann würde schon jeder Zugang zu den sprudelnden Quellen des Wissens erhalten. Eine neue Kultur des Lernens wurde herbeigesehnt, eine Explosion der Wissensgesellschaft, ja die ultimative Blüte einer Wissensökonomie. (...) Aber: Im neuen „British Educational Research Journal“ etwa wird nach der Befragung von 47 000 erwachsenen Studienteilnehmern behauptet, dass wir auch nach einer Dekade im Internet „nicht einen Schritt näher an der Lerngesellschaft“ sind. (...) Das lebenslange Lernen als Massenphänomen bleibt für die britischen Soziologen „vorerst ein Traum“.
Wenn ich mich querbeet durch die Bildungslandschaft lese, stelle ich zwar effektiv fest, dass vieles - zumindest in den Konzepten und auf dem Papier - aufbricht (im doppelten Wortsinn), dass Social Media und SOL genau so Einzug halten im Schulzimmer wie die neuen Geräte iPhone, iPad und Konsorten; aber wenn ich dann mit Lehrpersonen über ihren Unterricht spreche, höre ich allermeistens genau die gleichen Aussagen wie vor Jahren: dass man "0815-Lektionen" mache mit Papiervorbereitung und  Fotokopien und Arbeitsblätterverteilaktionen und Wandtafel und konventionell halt, aber was sonst angesichts der vielen Sitzungen und Sonderwochen und Stundenausfälle - und der Beamer? Warum auch, es geht ja ohne. SchülerInnenzentriert? Dann bringe ich den Stoff nicht durch. Ein Rektor meinte: "Die konservativsten Unterrichtenden sind die jungen."


Der Aufbruch wabert in den Köpfen und scheint manchmal sogar irgendwie stattzufinden - aber meistens aussengelenkt. 
Die Frage ist: Was braucht es, dass er aus der inneren Überzeugung der Lehrpersonen kommt? Wie muss jemand als Lehrkraft "beschaffen" sein, dass er/sie "Lernen 2.0" intrinsisch motiviert anbietet, weil er/sie selber draufgekommen ist und "nicht anders kann", als die Erkenntnisse der Hirnforschung und die didaktischen Chancen der ICT umzusetzen?
Wie kommt Neues in die Bildungswelt, das überzeugt und trägt?

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