06.08.2012

Das Fabrikmodell der Schule

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Einen kleinen Freudenhüpfer hat das Interview mit dem Direktor der Zurich International School von heute ausgelöst. Er redet Klartext bezüglich des hoch notwendigen Paradigmenwechsels (vom Lernen 1.0 zum Lernen 2.0):

Prüfungsergebnisse sind gut und recht, aber sie sagen wenig darüber aus, ob die Schüler später eine Leistung erbringen werden, die die Welt zum Positiven verändert. Man muss eine Schule auch daran messen, wie sie jeden Tag lebt, wie die Schüler zu ihrer Schule stehen und was sie über sie sagen. Bleiben sie mit ihr verbunden, oder betrachten sie sie nur als notwendiges Übel?
Dem einzelnen Schüler und seiner Persönlichkeit muss also mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?
Das heute praktizierte Schulmodell ist das aus dem 19. Jahrhundert stammende Fabrikmodell: Alles, was hinten rauskommt, muss gleich aussehen. Unterwegs wird die schlechte Ware von der guten getrennt, aber die Prozesse sind für alle gleich. Es gehört abgelöst. Die Technologie ermöglicht heute ein viel individuelleres Lernen und Lehren. Wenn die Schulen diese Entwicklung nicht mitmachen, könnte es sein, dass sie früher oder später irrelevant werden.
Mit welchen Konsequenzen?
Die Schüler werden zum Schluss kommen, dass der Besuch einer Institution eigentlich überflüssig ist. Was die Schule ihnen bietet, holen sie sich bei jemandem ab, der ihnen das möglicherweise besser erklärt als ihr Lehrer. Mit diesem veränderten Schulbild müssen sich die Schulen auseinandersetzen – je älter ihre Schüler, desto mehr.
Es mehren sich die Anzeichen, dass die Einsicht in die Notwendigkeit des Methoden- und Didaktikwandels zu greifen beginnt; immerhin sind es schon ganze Schulen, die sich von innen her reformieren. Das weckt Hoffnung!

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