23.02.2012

„Wie wird das Internet die Schulen in den nächsten 10 Jahren verändern?“

Als Einstimmung zum Kongress Lernen mit digitalen Medien vom 8.-10. März in München/Ottobrunn wurde die Titelfrage einigen bekannten Persönlichkeiten Deutschlands gestellt.
Die Antwort von Gunter Dueck - immer wieder er, ominpräsent in der Medien- und Kongresslandschaft! - verdient es von A-Z hier aufgezeichnet zu werden; sie ist meiner Ansicht nach die treffendste Synthese aller Überlegungen zum Wandel resp.Paradigmenwechsel in der Bildungslandschaft, welche hier- und dortzulande gemacht werden. Also:

„Das Lehren reinen Stoffes wird durch absolute Wunderstars im Netz erledigt werden können. Man nehme die 20 allerbesten Lehrer der Welt und filme mit enormen Aufwand Videos, Wissenskurzspots, Zeichentrickfilme drumherum. Dazu gibt es Miniprüfungen und Wiederholungssessions. Lokal in den Ländern gibt es reine Prüfungslehrer, bei denen man sich zum Examen anmelden und es dort ablegen kann. In der Schule selbst wird das gelehrt, was heute eher gar nicht in der Schule vorkommt, aber immer mehr im Leben gebraucht wird: praktische Ethik, Gemeinsinn, Solidarität, Rhetorik, Präsentieren + Überzeugen, Managen, Grundzüge der Projektleitung, Psychologie, Kommunikation, Zeichnen, Malen, Komponieren + Musizieren, Theaterspielen, Dichten (nicht Interpretieren oder Analysieren, das ist online), und Ausbildung in einer Leistungssportart nach Wahl (es geht hier nicht nur um Körperertüchtigung, sondern um Schulung von Instinkt, Beherrschung, Selbstdisziplin, Willensstärke, Initiative etc., darum wissen alle asiatischen Lehren). Im Internet lernt man das Generelle, was für alle gleich ist, im Unterricht wird der Mensch entwickelt, und zwar jeder einzeln für sich - mit Betonung auf die Talente, die in ihm geweckt werden können.
(Und wer mir jetzt Seltsamkeit nachsagen möchte, surfe ein bisschen unter Khan-Academy und Sebastian Thrun - die fangen gerade in großem Stil an! Sie gehören zu den weltbesten Lehrern - und die Thrun-Kurse werden an deutschen Universitäten auch schon lokal abgeprüft. Diese Tendenz wird sich im Universitätsbereich wahnsinnig beschleunigen, weil die Studenten nicht mehr in schlechte Vorlesungen gehen (und sie gehen nicht einmal mehr in die Vorlesungen von Sebastian Thrun selbst! Sie wollen ihn lieber als Video!!). Die Universität wird diesen Weg eher gehen als die Schule, weil sie fast nur "Generelles" lehrt, was für alle gleich ist, und fast NICHTS, was nicht für alle gleich ist - das Besondere kommt ja oft erst im Doktorandenseminar. Die Schule wird lange mit der Kulturumstellung kämpfen, weil die Lehrer eigentlich eher so sehr stofflich lehren, dass sie durch Internet ersetzt werden können - sie müssen sich alle umstellen oder durch junge Lehrer ersetzt werden, die Kinder zu professionellen Menschen erziehen und entwickeln. Für mich selbst ist es bedrückend, wie sehr die Lehrer zu dieser neuen Zeit innerlich in Opposition stehen. Wird es nicht besser so, wie es kommen wird? Das einzige, was wir brauchen, ist "der NEUE LEHRER", und da hört die Begeisterung echt auf. Da schauen Lehrer wie schüchterne Mathematiker bei IBM, von denen ich verlangte, sie müssten nun auch das Verkaufen und Präsentieren lernen... Das Selbstverständnis der Schullehre 1.0 ist ein großes Hindernis. An der Universität wollen die Professoren meist eh nur forschen, da ist es kein prinzipiell kulturelles Problem, die ungeliebte Lehre an Thrun & Khan abzugeben. Deshalb kommt der Umschwung erst in der Wissenschaft. Die Schule aber hat die schwierige Aufgabe, sich neu zu erfinden. Humboldt 2.0, bitte!)"
Oder sieht das jemand anders?

15.02.2012

Eine kleine Lebenstatsache

Was für eine Aussage - selten zu hören in dieser Klarheit:
"Unsere traditionelle Schule basiert auf einem falschen Denkansatz. Nämlich auf dem, dass Kinder nicht vertrauenswürdig sind, dass sie nicht lernen wollen, wenn kein Druck ausgeübt wird. Das Gegenteil ist aber der Fall: Noten zerstören die Lernmotivation, weil sie extrinsisch sind. Wenn geeignete Umgebungen geschaffen werden, kann man gar nicht verhindern, dass Kinder lernen."
Der solches sagt, ist der Erziehungswissenschaftler Olaf-Axel Burow.
Wie recht er hat!
Nebenbei: Fehlendes Vertrauen ist sehr häufig die Basis für die eingesetzte Didaktik; wer seinen Lernenden nicht vertraut, wird frontal unterrichten und kaum Ausflüge in die Lernlandschaften des SOL (selbst organisiertes Lernen) wagen. Nicht wagen können, denn solche Lernlandschaften sind gar nicht angelegt worden.....

11.02.2012

Eine kleine Lebensweisheit

"Im Grunde geht es darum, die Einfachheit des Lebens wirklich zu verstehen. Wer weiss, welche Dinge er wirklich braucht und welche nicht, der weiss, wie er sein Leben einrichten will. Wer er sein will. Wo er hin will."
Juliet Landau-Pope

06.02.2012

Der digitale Klimawandel

Ein Referat von Dr. Martin Lindner



Ärgerlich, dass die Folien nur höchst selten zu sehen sind...