19.03.2013

Von der Flüchtigkeit


Der frühlingsblaue Himmel ist da und dort mit wuchtigen Wolken behangen. Ein kräftiger Wind schiebt immer neue Berge ins Bild und macht gleichzeitig, dass sie Form und Farbe verändern, sich verziehen, ausdünnen, sich auflösen – und verschwinden.

Beim Betrachten dieser Himmelsinszenierung kommt mir ein Blogeintrag von @phwampfler in den Sinn: „Aus Blogs ein eBook machen: Bloxp“ - dank dieser (extrem hilfreichen! empfohlenen!) Anleitung habe ich heute Morgen meine zwei Blogs in eBooks verwandelt und an je drei Orten abgelegt. An drei Orten. So sind (auch) diese Dateien mehrfach gesichert.

Was hat das mit dem Wolkenspiel am Frühlingshimmel zu tun?

Wolken sind flüchtige Gebilde.
Das Leben ist flüchtig.
Ich bin flüchtig.

Aber ich sammle tapfer und unverdrossen Dateien, organisiere sie in Ordnern und Unterordnern, sichere Daten, lege sie vom einen Speichermedium auf andere (auch Speichermedien sind flüchtig), benutze hilfreiche Programme wie Instapaper oder Evernote oder „Zur Leseliste hinzufügen“, um auch später noch etwas zu lesen zu finden, setze Apps wie Catch oder Memonic oder Storify ein, damit mir nichts zwischen den Pixeln zerrinnt -
Und lese gleichzeitig Bücher wie die Skeptische Ethik von Wilhelm Weischedel, welche die Grundhaltung der Abschiedlichkeit lehrt, oder Das Leben als letzte Gelegenheit. Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit (Lesetipp!) und Genug ist genug. Über die Kunst des Aufhörens, beide von Marianne Gronemeyer. Und schaue in den Frühlingshimmel, schaue in den Fluss vor dem Haus.

Warum sammeln und sichern, hamstern und horten? Meine Gedanken sind flüchtig, meine Notizen, Blogposts, Twittermeldungen genauso.
Ich weiss: Später kann ich staunen, mich wundern, mich entsetzen über das, was ich heute schreibe, fotografiere, notiere.
Vielleicht.
Und wenn man sich an den tibetanischen Mönchen orientierte, die ihre sorgfältigst gefertigten Mandalas aus farbigem Sand nach der Fertigstellung wegwischen (ohne sie zu fotogafieren)?

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