06.10.2013

So hätte ich gerne gelernt!

Quelle: http://q2l.org/
In der heutigen NZZ am Sonntag findet sich ein Artikel über die New Yorker Schule Quest to Learn. Deren Gründerin Katie Salen konstatierte - wie so viele von uns - mit Sorge, dass manche Kinder sich in der Schule schwertun: «Viele Kids machen nicht mehr mit. Zwischen dem traditionellen Schulsystem und ihrem Alltag besteht keine Verbindung mehr. Die Schule hilft ihnen nicht, die Dinge zu verstehen, von denen sie umgeben sind.»
Also entwickelte sie 2007 ein neuartiges Konzept für eine öffentliche Schule. Ziel des Instituts ist es, Videospiel-immanente Charakteristika in einem schulischen Kontext zu nutzen. Denn Games sind nichts anderes als «gigantische Lernmaschinen».

Drei Passagen aus diesem Bericht finde ich besonders wichtig:

  • «Lernende brauchen eine Umgebung, in der sie sich wohl und sicher fühlen, in der sie Fehler machen können, denn nur so machen sie Fortschritte», sagt sie und verweist auf Karaoke als Beispiel.
  • «Wir müssen die Dinge, für die sich die Kinder inner- und ausserhalb der Schule interessieren, miteinander verknüpfen. Sie können eine unglaubliche Energie bei einem Thema entwickeln und ihr Wissen in den unterschiedlichsten Gebieten vertiefen.»
  • Betrachtet man den klassischen Unterricht, bei dem die Lehrperson der Klasse Wissenswertes vorträgt, so haben die Lernenden in der Regel keine Mitsprache bei der Zielausrichtung. «Will man aber, dass sich die Schüler einsetzen, gilt es, gemeinsam ein Ziel zu finden, das nachvollziehbar und sinnvoll erscheint», sagt Salen.

Wer so lernen darf, wird vermutlich die ursprüngliche Neugier behalten und sein Interesse am Entdecken der Welt gefördert sehen, denn:
"Ziel der Schule «Quest to Learn» sei es, erklärt Katie Salen, die Schüler zu flexiblen Denkern auszubilden. «Wir rüsten sie mit Fähigkeiten aus, mit denen sie neuen und sich laufend verändernden Situationen begegnen können.» So wird das Arbeiten in interdisziplinären Teams gefördert und das gemeinsame Lösen von Problemstellungen."
Das Fehlermachen als Lernchance begreifen, das gemeinsame Verabreden von Zielen als selbstverständlich erachten, die Selbstwirksamkeit des Lernens erlebbarer machen: Wie wäre das, wenn hiesige Lehrpersonen sich solches noch vermehrt vornähmen auf ihrem Weg zum Unterricht 2.0, vielleicht bald schon 3.0?

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