16.02.2015

Wer bin ich als (moderne?) Lehrperson?



Was ist zu diesen Haltungen zu sagen?
Von welchem Kopf (also von welchem Soll) fühlen Sie sich am meisten angesprochen?
Wo zucken Sie zusammen?
Was finden Sie ok? Was eher nicht? Wo würden Sie nicht zustimmen?

Meine Anmerkungen, von oben nach unten, von links nach rechts:
Reihe 1
- Muss ich "vulnerable" sein? Ja - wenn damit gemeint ist: "erreichbar", "berührbar".
- Dass ich "co-learner" bin: selbstredend. Aber soll ich deswegen weniger "teacher" sein? Nein.
- Die Erlaubnis zum Scheitern gebe ich mir; warum aber "often"?
- "Expert": Ich bin als LP Fachfrau oder Fachmann für Lehren und Lernen und wage mich manchmal auch in ein noch nicht ganz kartografiertes Fach-Lernland. Ich erlaube mir durchaus Anfänger/-in zu sein, unterrichte aber inhaltlich nie stümperhaft.

Reihe 2
- Empathie sollte ich dringend haben, aber auf das "foreign territory" begebe ich mich nur höchst respektvoll. Denn es sind Menschen.
- Davonrennen vor der eigenen Schwäche? Sie mir eingestehen und versuchen darin stärker zu werden, wie auch immer.
- Das Ungewisse nicht scheuen? Ok, deswegen aber nicht tollkühn unterrichten.
- Fehler sind Lerngelegenheiten - natürlich.

Reihe 3
- "Dream big"? Warum "big", wenn "das Gute doch so nah" liegt manchmal? Visionen haben, klar. Wäre schön. Und "es" wagen: Wäre wichtig.
- Kolernen ermöglichen, wie auch immer: Selbstverständlich. Was denn sonst?
- Die Komfortzone: Da habe ich nie so recht gewusst, was das sein könnte.
- "Change": Offen sein für die Wechselhaftigkeit des Lebens vs. stures Festhalten an Prinzipien: Immer! Hoffentlich verändere ich mich mit der Zeit, auch wenn ich der bleibe, der ich vielleicht bin.

Reihe 4
- Kolleg/-innen sind Kolernende; natürlich frage ich sie resp. helfe ihnen, damit wir zusammen weiterkommen.
- Innere Stärke und Durchhaltevermögen braucht es wohl überall immer wieder mal.
- Alles in Frage stellen? Lieber: vieles als frag-würdig erachten, manches hinterfragen, wohlwollend, aber nicht um des Fragens willen. Und einiges auch nicht. Vieles sein lassen.
- Bei allem Respekt: Das glaube ich von mir nicht. Meine Grenzen des Lernens gilt es anzuerkennen und zu respektieren.


1 Kommentar:

C. Lammert hat gesagt…

Wunderbar, wie Du dieser an mir vorbeigerauschten Grafik durch Dein offenes und differenziertes Hinterfragen plötzlich Bedeutung und damit Anlass zum Nachdenken verliehen hast. Danke!
Die Komfortzone ist für mich gleichbedeutend mit Sicherheit. Dass ich sie zu verlassen im Begriff bin, merke ich an dem (zunächst) flatternd-beunruhigenden Gefühl von Kontrollverlust. Zunehmend Sicherheit im Flattern zu erleben, ist für mich ein überaus wichtiges Element in meiner persönlichen Entwicklung als Lehrerin. Die hohe Kunst besteht wohl darin, sich als LehrerIn explorativ zu verhalten und gleichzeitig Verlässlichkeit und Kompetenz auszustrahlen. Das fordern die SuS nämlich zu Recht ein.

Blog-Archiv